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Hüftgelenk

Mit steigendem Durchschnittsalter des Menschen spielen Leiden der Gelenke eine immer grössere Rolle. Insbesondere an den grossen Gelenken wie Hüfte, Knie oder Schulter führt die Abnützung des Gelenkknorpels zu schmerzhaften Veränderungen, welche als Arthrose bekannt sind.

Daneben gibt es eine Reihe von anderen Gründen, weshalb ein Gelenk seine Beweglichkeit einbüsst und Schmerzen verursachen kann: entzündliche oder rheumatische Erkrankungen, Knochenbrüche und deren Folgen, Geburtsgebrechen oder gelegentlich auch der Ableger einer Krebserkrankung.

Häufige Hüfterkrankungen

Die Hüftarthrose (Coxarthrose)

Als Arthrose bezeichnet man die Abnützung des Gelenkes, genauer des Gelenkknorpels. Der Gelenkknorpel ist beim Gesunden ein weisses, glattes Gewebe, welches sehr elastisch ist und einen hohen Wassergehalt aufweist. Zusammen mit der Hornhaut am Auge ist Knorpel das einzige Gewebe im menschlichen Körper, welches nicht durchblutet ist. Seine Versorgung mit Nährstoffen erfolgt ausschliesslich durch die Gelenkflüssigkeit, welche durch die Bewegungen in den Knorpel "einmassiert" werden. Im Laufe eines Lebens hat der Knorpel enorme Kräfte aufzunehmen und ohne intakten Knorpel ist eine schmerzfreie und normale Gelenkfunktion nicht möglich. Wenn nun dieser Knorpel abgeschliffen wird, so kommt früher oder später der darunter liegende Knochen zum Vorschein was soweit gehen kann, dass im Falle einer schweren Arthrose Knochen auf Knochen läuft. Durch Schonen werden zwar die meist erheblichen Schmerzen vermieden, allerdings stellt sich durch die eingeschränkte Gelenksbeweglichkeit eine Verkürzung der Weichteile (Kapsel und Bänder) ein, während sich gleichzeitig auch die für die Beweglichkeit wichtige Muskulatur zurückbildet. Weiter kann es sein, dass es durch eine Beugehaltung des Hüftgelenks oder durch die Arthrose selber zu einer Verkürzung des Beines kommt, was dann zum Hinken führen kann.

Häufige Schmerzlokalisationen sind die Leiste, die Hüftaussenseite, das Knie und das Gesäss. Oft berichten die Betroffenen über typische Anlaufschmerzen am Morgen, welche mit der Zeit mehr oder weniger abnehmen. Leider ist dies aber nicht ein Zeichen der Besserung oder der Heilung. Meist ist die Einnahme schmerzstillender und entzündungshemmender Medikamente notwendig. Trotzdem sind die Möglichkeiten zur Behandlung dieser Erkrankung mit Medikamenten eingeschränkt und stark mit unerwünschten Wirkungen belastet, so dass oft nur durch den Gelenkersatz eine gute und schmerzfreie Beweglichkeit wieder herzustellen ist.

Die Hüftgelenksentzündung (Coxitis)

Anders als die abnützungsbedingte Hüftarthrose ist die Coxitis eine Infektion. Diese kann sich im Anschluss an eine allgemeine Erkrankung (z.B. Lungenentzündung oder Nierenentzündung) entwickeln weil Bakterien durch die Blutbahn in das – meist vorgeschädigte – Hüftgelenk gelangen. Erfolgen Diagnosestellung und Behandlung nicht rasch und korrekt, so ist das betroffene Hüftgelenk meist nicht mehr zu retten.

Eine Sonderstellung nimmt die Hüftgelenksentzündung im Rahmen der rheumatischen Polyarthritis ein. Hier sind nicht Bakterien für die Entzündung verantwortlich sondern die Grunderkrankung über deren Ursache noch vieles unbekannt ist. Seltener führen auch andere Krankheiten zu einer Entzündung wie etwa die Gicht oder ähnliche Leiden.

Verletzungen des Hüftgelenks

Frakturen des Hüftgelenks gehören bei den über 60-jährigen Frauen zu den häufigsten Knochenbrüchen, welche einer operativen Behandlung bedürfen. Bekannt ist hier besonders der Schenkelhalsbruch, welcher der Osteoporose wegen bei Frauen viel häufiger beobachtet wird als bei Männern. Je nach Art der Fraktur kann diese mit Schrauben und Platten fixiert oder mit einer Prothese behandelt werden. Leider ist aber die Verletzung trotz guter Operationsergebnisse oft schicksalhaft für die Betroffenen. Denn mit dem Unfall geht meist auch ein Teil der Gehfähigkeit und damit der Selbständigkeit verloren zumal die Patientinnen oftmals noch an zusätzlichen Krankheiten leiden. Das Ziel der Operation ist in jedem Fall, den alten Komfort wieder herzustellen und möglichst viel an Selbständigkeit zurückzugewinnen.

Beim jüngeren Menschen werden Hüftgelenksverletzungen nicht selten im Zusammenhang mit Verkehrs- und Sportunfällen beobachtet. Meist handelt es sich um schwere Verletzungen deren Prognose nicht in allen Fällen gut ist. Auch geringe Gelenksschäden können nämlich mit einer Verzögerung von 10 – 20 Jahren zu Abnützungserscheinungen führen, welche als posttraumatische Arthrose bezeichnet werden. Selbstverständlich werden bei diesen Patienten, welche sich ja meist im mittleren Lebensalter befinden, sämtliche orthopädisch-chirurgische Massnahmen angewandt, um den Schaden zu mindern bevor über einen Gelenksersatz diskutiert wird.

Kontakt

Kantonsspital Frauenfeld
Klinik für Orthopädie und Traumatologie
Postfach, 8501 Frauenfeld
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Fax 052 723 74 28

Paul Bodler

Dr. med. Paul Bodler
Chefarzt Orthopädie 
Kantonsspital Frauenfeld
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