Gebärmutterhalskrebs, Vorsorge und Behandlung
Der Gebärmutterhalskrebs (oder Zervixkarzinom) ist die zweithäufigste Tumorerkrankung der Frau weltweit. In den industrialisierten Ländern weist dank Vorsorgeuntersuchungen (Zervixabstrich) der Muttermundhalskrebs eine geringere Häufigkeit auf und ist in der Schweiz die vierthäufigste gynäkologische Krebserkrankung.
Die HPV-Infektion (Humane Papillomaviren) ist eine der häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen. 25 % der gesunden Frauen zwischen 20 und 30 Jahren sind damit infiziert.
Es bestehen grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen HPV-Typen bezüglich Risiko der Weiterentwicklung von infizierten Zellen bis zum Muttermundhalskrebs. Viele Frauen können die Infektion durch ein intaktes Immunsystem innert Monaten abwehren.
Die HPV-Infektionen im Bereich des Ano-Genitaltraktes manifestieren sich durch Feigwarzen (Condylomata accuminata) oder Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses bis hin zum invasiven Krebs. Humane Papillomaviren sind ebenfalls bei Kehlkopfpapillomen, Hautwarzen und an der Entstehung von gewissen Hautkrebsarten beteiligt.
Die HPV-Infektion gilt als der notwendige Risikofaktor zur Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses. Derzeit sind über 80 Papillomaviren bekannt, die beim Menschen Krankheiten auslösen können. Die Typen 16 und 18, aber auch zusätzlich noch ca. 10 weitere Hochrisikotypen sind in Zellveränderungen des Gebärmutterhalses und beim Gebärmutterhalskrebs nachgewiesen.
Heutzutage kann der HPV-Nachweis zusätzlich zum Krebsabstrich bei der Vorsorgeuntersuchung eingesetzt werden.
Impfungen gegen HPV (humane Papillomaviren)
Die aktuell verfügbaren Impfstoffe zur prophylaktischen Impfung gegen HPV-Viren (Typ 16 und 18 sowie 6 und 11) haben in allen zur Zeit durchgeführten Studien eine hohe Wirksamkeit mit äusserst geringen Nebenwirkungen bewiesen.
Die aktuellen Impfempfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) lauten wie folgt:
- Generelle Impfung der Mädchen im Schulalter empfohlen
- Nachholimpfung der Mädchen und Frauen im Alter von 15 – 19 Jahren.
- Diese Bestimmungen gelten bis 31.12.2012.
- Aktuell werden im Zeitraum von 6 Monaten 3 Spritzen des Impfstoffes verabreicht.
- Seit November 2006 ist der Impfstoff Gardasil in der Schweiz zugelassen.
Behandlung der Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses
In der Frauenklinik Münsterlingen werden Zellveränderungen des Gebärmutterhalses bereits seit über 20 Jahren äusserst erfolgreich durch Exzisionsmethoden (die sog. CO2 Laserkonisation) behandelt mit der Möglichkeit der mikroskopischen Aufarbeitung des entfernten Gewebeareals und dessen sorgfältiger Nachuntersuchung.
Die Laserkonisation gehört in die Hände von Experten für Kolposkopie und Laserchirurgie. Der Eingriff kann in Lokalanästhesie, gegebenenfalls in Kurznarkose und ambulant durchgeführt werden.
Mittlerweile verfügt die Frauenklinik Münsterlingen über einen grossen und umfangreichen Erfahrungsschatz – bereits wurden über 1000 Patientinnen mit dieser wenig belastenden Methode behandelt. Wir verzeichnen lediglich eine geringe Rate an leichten Eingriffs-komplikationen. Schwere Komplikationen sind seit Beginn dieses Therapieangebotes im Kantonsspital Münsterlingen noch nie aufgetreten.
Kontakt
Kantonsspital Münsterlingen, Sekretariat Frauenklinik
Postfach, 8596 Münsterlingen
Tel. 071 686 21 12, Fax 071 68 21 13, E-Mail: frauenklinik.ksm[at]stgag.ch
Das Sekretariat der Frauenklinik nimmt Ihre Anrufe wochentags jeweils von 8.00 – 12.00 Uhr und von 13.30 – 18.00 Uhr entgegen. Samstags von 08.00 – 12.00 Uhr.
Ausserhalb dieser Zeiten wählen Sie bitte direkt die Hauptnummer des Spitals (071 686 11 11) und verlangen den Dienstarzt der Frauenklinik.
