HIFU-Therapie im Kantonsspital Frauenfeld
Bei der HIFU-Therapie (Hochintensiver fokussierter Ultraschall) handelt es sich um ein Verfahren zur Therapie lokalisierter, das heisst auf die Drüsen begrenzte, Prostatakarzinome.
HIFU eignet sich besonders für Patienten im frühen Krankheitsstadium und für solche, die nicht mehr operiert werden können oder möchten. Der Prostatakrebs wird bei dieser Methode zerstört, vergleichbar mit den Bestrahlungsverfahren externer Radiotherapie und Brachytherapie.
Behandlungsablauf
Die Behandlung erfolgt über eine spezielle Ultraschallsonde, welche durch den Enddarm an die Prostata herangeführt wird. Der Kopf der Sonde erstellt eine präzises 3-dimensionales Ultraschallbild der Prostata und berechnet den zu behandelnden Bereich. Dann werden gebündelte Ultraschallwellen durch eine Art Hohlspiegel fokussiert. Am millimeterfeinen Brennpunkt, direkt am Tumor innerhalb der Prostata, entstehen Temperaturen von rund 90° C. Diese Temperaturen reichen aus, das Prostatagewebe mit dem Tumor gezielt zu zerstören.
Die Behandlung dauert zwischen einer und 2.5 Stunden und wird meist in Spinalanästhesie durchgeführt. Sie wird vorzugsweise mit einer endoskopischen Abhobelung (TURP: transurethrale Prostataresektion) kombiniert um zu verhindern, dass es infolge der Schrumpfung der Prostatakapsel zu einer späteren Harnabflussstörung kommt. Bereits fünf Stunden nach dem Eingriff kann der Patient wieder laufen. Aufgrund der geringen Belastung reicht ein kurzer stationärer Aufenthalt von 3 bis 5 Tagen.
Vorteile der HIFU-Therapie
Vorteil der Behandlung sind der Verzicht auf eine mehrstündige Operation mit ihren potentiellen Risiken. Nach der HIFU Behandlung ist jedoch mit leichten Blasenbeschwerden zu rechen, wie Reizblasensymptomen, geringer Kontinenz etc. In der Regel bildet sich diese jedoch recht rasch zurück. Eine Schonung der Nerven, die für die Erektion wichtig sind, kann aufgrund der Ausbreitung der Hitze auch bei HIFU nicht garantiert werden. Nur etwa die Hälfte der Patienten bleibt potent.
Im Gegensatz zur Schweiz ist die HIFU Methode in Deutschland beim Prostatakarzinom als Routineverfahren etabliert. Auch in Frankreich übernehmen die Krankenkassen – unter Berücksichtung einiger weniger Einschränkungen – die Behandlungskosten.
In der Schweiz müssen die Behandlungskosten vom Patienten übernommen werden, falls keine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse vorliegt.
